Mein lieber Kollege David, der dort Medizin studiert hat, hat extra für uns seine Eindrücke aus Leipzig in Worte gefasst. Hier sind exklusiv seine besten Tipps für ein tolles Wochenende in der Goethestadt!

Also hängt ein, zwei Tage an den BuKo 2017 dran und habt eine tolle Zeit!

          Ihr kommt wahrscheinlich am Hbf an und dann empfehle ich, dort ein bisschen rumzuschlendern. Man erkennt sofort die Dimension dieses wahnsinnigen Bahnhofs, hier werdet ihr überwältigt sein von der Größe und der Schönheit. Es lohnt sich auch, in die Geschäfte im oberen Bereich reinzugucken (z.B. Bücherei LUDWIG, aber auch bei Starbucks einfach mal diese wunderschönen Räume anschauen)

          Von eurem Hotel aus geht ihr am besten einmal eine Runde durch die Innenstadt: Marktplatz mit dem Alten Rathaus, Grimmaische Straße, Augustusplatz (dort ist in weiß die Oper Leipzig und schräg gegenüber das Gewandhaus, wo das renommierte Gewandhausorchester spielt), das gläserne Gebäude auf dem Augustusplatz ist heute die Uni (früher war es die Uni-Kapelle)…geht links daran vorbei…dann kommt ihr am MDR-Tower (auch „Uni-Riese“ genannt…dort könnt ihr auch für 2 Euro zur Aussichtsplattform hoch) entlang an der Mensa (dort habe ich früher immer draußen gesessen und gegessen)…zum Neuen Rathaus, was so ähnlich aussieht wie eine Ritterburg….dort geht ihr dann wieder rechts rein und geht vor bis zur Thomaskirche (dort drinnen an der Orgel hat Johann Sebastian Bach seine ganzen Stücke geschrieben und er ist auch darin begraben)

          Tipp: Macht eine Stadtrundfahrt mit einem der roten Doppeldecker-Busse, die schräg gegenüber vom Hbf starten (Ecke Goethestraße). Das kostet, glaube ich, 13 Euro und geht dann anderthalb Stunden durch die Stadt…entlang am sehr berühmten und wunderschönen Zoo, vorbei am Gohliser Schlösschen, durch die Wasserstraßen von Plagwitz, Halt am Völkerschlachtsdenkmal (berühmteste Sehenswürdigkeit von Leipzig), u.s.w….wenn der Guide gut reden kann und Bock hat, dann macht das richtig viel  Spaß. Ich habe das mit diversen Gästen gemacht…mal ist es super, mal weniger gut, kommt echt auf die Person an, die vorne am Mikro steht.

          Nachmittags oder am frühen Abend solltet ihr unbedingt durch die Barfußgasse gehen. Sie beginnt am Marktplatz gegenüber von dem Alten Rathaus. Die Barfußgasse ist ganz eng gebaut, sodass die Wärmepilze darin es ermöglichen, dass man bis in den November hinein in dieser Gasse draußen sitzen kann. Dort kann man prima einen Kaffee oder gar ein Bier trinken…abends kann man dort auch ganz gut essen.

          Zum Essen empfehle ich außerdem noch die Gottschedstraße…in diese kommt ihr, wenn ihr die Barfußgasse ganz durch geht und dann unten einmal über die Straße. Bei der Gottschedstraße ist auch direkt das Leipziger Theater (wer weiß, vielleicht ist am Abend ja noch eine gute Vorstellung)

          Flair, Szene und Livestyle ist abends in der Südvorstadt. Dafür müsst ihr nur zur „Karli“ (die Karl-Liebknecht-Straße). Das ist die Hauptschlagader des Studentenviertels, wo ich damals auch gewohnt habe. Dort findet man viele Bars, Kneipen, tolle Restaurants usw…die Gegend macht einfach Spaß. Noch südlicher liegt dann das links-autonome Viertel Connewitz. Hier leben sehr viele Punks und eine Straße ist tatsächlich bis heute noch besetzt (die letzte besetzte Straße Deutschlands, ähnlich wie damals die Sternschanze in Hamburg). Hier ist alles voller Graffiti, linken Bars, veganen Restaurants usw…dort ist definitiv auch Atmosphäre.

          Extrem sehenswert ist auch das Waldstraßenviertel (aber bei Tageslicht, nicht am Abend). Das ist ein wunderschönes Altbau-Viertel, wo man ewig durchschlendern kann. Ganz nahe gelegen ist auch das schöne Rosenthal, ein sehr schöner Park, der nur durch einen kleinen Bach vom Zoo getrennt ist. An das Waldstraßenviertel schließt sich dann auch das Stadion an…früher das „Stadion der 100.000“, heute von außen auch schön anzusehen.

          Sehr sehenswert ist das Bundesverwaltungsgericht, ganz nahe beim Neuen Rathaus. Das sieht vor allem abends sehr schön aus, weil es toll angestrahlt wird. Links hinter dem Bundesverwaltungsgericht schließt sich das Musikerviertel an, wo man auch die pompöse Uni-Bibliothek findet. In diesem Viertel gibt es ebenfalls sehr viele tolle Restaurants. Hinter dem Musikerviertel liegt der Clara-Zetkin-Park…ich liebte diesen Park, ich war dort regelmäßig joggen. Hinter diesem Park würden mit Schleußig und Plagwitz noch zwei extrem coole Viertel liegen…aber das sprengt wahrscheinlich den Rahmen, in der kurzen Zeit auch noch diese beiden Viertel checken zu wollen.

          Eine berühmte Stätte ist die Baumwollspinnerei. Dafür müsstet ihr euch wahrscheinlich ein Taxi nehmen oder ihr nehmt die Straßenbahn (glaube es ist die 12) Richtung Plagwitz. Die Baumwollspinnerei ist der Hammer! Das ist quasi ein kleines Künstlerdorf, wo man ganz viele Galerien findet. Dort liegt was total künstlerisches in der Luft. Die Künstler leben zum Großteil für einen Appel & Ei dort und können sich völlig frei entfalten.

Frank Hohmann