Infolge einer Anordnung der Trump-Regierung hat die US-Behörde USAID die Finanzierung zahlreicher internationaler klinischer Studien eingestellt. Betroffene Studien, darunter Projekte zur Prävention von HIV, Malaria und Tuberkulose, wurden abrupt gestoppt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stehen vor ethischen Dilemmata, da Teilnehmerinnen und Teilnehmer ohne weitere medizinische Betreuung bleiben.

Ein besonders betroffenes Forschungsprojekt in Südafrika untersuchte eine neue Methode zur Prävention von HIV und Schwangerschaften mittels eines Silikonrings. Teilnehmerinnen wurden plötzlich dazu aufgefordert, das Experiment abzubrechen. Die USAID-Finanzierung wurde eingestellt, nachdem Präsident Trump alle Auslandshilfen für mindestens 90 Tage eingefroren hatte. Wissenschaftler betonen, dass dieser abrupte Stopp das Vertrauen in medizinische Forschung, insbesondere in Entwicklungsländern, zerstört.

Neben dem HIV-Präventionsprojekt sind weltweit mindestens 30 weitere Studien betroffen. Dazu gehören:

  • Malaria-Behandlung für Kleinkinder in Mosambik

  • Cholera-Therapie in Bangladesch

  • Krebsfrüherkennung in Malawi

  • Tuberkulose-Behandlung in Peru und Südafrika

  • Ernährungsprogramme für Kinder in Äthiopien

  • Impfstoffentwicklung gegen HIV mittels mRNA-Technologie

Die plötzliche Einstellung dieser Studien stellt nicht nur eine ethische Krise dar, sondern gefährdet auch das Leben zahlreicher Studienteilnehmer. Laut internationalen Forschungsethiken, wie der Deklaration von Helsinki, müssen Teilnehmer bis zum Abschluss einer Studie medizinisch betreut werden. Der Stopp durch USAID macht dies unmöglich.

Besonders gravierend ist die Situation in Studien wie der CATALYST-HIV-Präventionsstudie. Hier erhalten Teilnehmer bimonatlich Injektionen des Medikaments Cabotegravir. Ein abrupter Abbruch kann zur Resistenzbildung des Virus führen und langfristig die HIV-Therapie weltweit gefährden.

Neben den medizinischen Risiken sind auch wirtschaftliche Folgen erheblich: Pharmaunternehmen verlieren Forschungsstandorte, und Millionen von US-Steuergeldern, die bereits investiert wurden, sind nun verloren. Expertinnen und Experten warnen vor langfristigen Konsequenzen für die globale Gesundheitsforschung und fordern ein sofortiges Umdenken.

Die internationale Forschungsgemeinschaft steht vor einer moralischen und wissenschaftlichen Herausforderung. Der plötzliche Stopp der USAID-Programme hinterlässt nicht nur medizinische, sondern auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Schäden, deren Auswirkungen noch lange zu spüren sein werden.

Quelle

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